Jenas 3-Punkte-Plan geht auf.
FC Carl Zeiss Jena 2:1 BFC Dynamo
Nachdem die Stadt Jena ihren 6-Punkte-Plan gegen „illegale Graffiti“ vorgelegt hat, hatten wir zumindest vor, dem 3-Punkte-Plan des FCC einen Strich durch die Rechnung zu machen, und hofften, dass dieser genauso scheitert, wie wir auch prognostizieren können, dass der Plan gegen illegale Graffiti scheitern wird. Schließlich können wir aus der Graffitihauptstadt mit deutlich mehr Erfahrung aufwarten als das provinzielle Thüringer Nest.
Jedenfalls ging es bei bester Verpflegung und ebenso gutem Wetter Richtung Thüringen.
Die Anfahrt an sich lief ganz entspannt ab und dank eines guten Zeitpuffers wurde noch einmal ein längerer Stopp eingelegt, wodurch der Zeitplan schlussendlich doch mal wieder enger wurde. Die Krönung war dann wohl die Gästekasse, an der genau ein Schalter mit einem Mitarbeiter geöffnet war, der besonders akribisch arbeitete, wenn man es mal optimistisch beschreiben will. Somit verzögerte sich der Eintritt in den Block doch ordentlich und nach kurzem Sammeln hinter der Tribüne konnte der Support erst mit etwa fünf Minuten Verspätung aufgenommen werden.
Leider konnte man auch trotz des recht vernünftigen Mobs nur selten das Potenzial ausschöpfen und mal wieder waren die Antigesänge das akustische Highlight.
Spielerisch muss man leider sagen, dass Jena das Geschehen in der ersten Halbzeit auf jeden Fall dominierte, auch wenn das im Nachgang dann schlimmer aussah, als es am Ende war. Trotzdem kassierte unsere Mannschaft zwei Tore und wie diese zustande gekommen sind, war definitiv mal wieder selbstverschuldet. In der zweiten Hälfte hatten wir dann glücklicherweise mehr Zugriff und kamen auch besser ins Spiel. Folgerichtig kam dann auch der Anschlusstreffer und anschließend braute sich eine kleine Druckphase unserer Jungs zusammen.
Die im Hinblick auf die aktuellen Diskussionen rund um die Stadionsicherheit ohnehin schon kontraproduktive und sinnlose Aktion, Böller zu werfen, beendet dann auch noch unsere beste Phase im Spiel.
Anstatt also die Mannschaft zu supporten, lässt man es lieber zur Spielunterbrechung kommen und liefert genau die Bilder, die populistische Innenminister für ihre absurden Forderungen nutzen, welche für die aktive Fankultur schon bald zu einer der bedrohlichsten Herausforderungen werden könnten.
Für uns bleibt mal wieder nur, uns davon zu distanzieren. Als Ultras stehen wir für den choreografischen Einsatz von Pyrotechnik, aber nicht für diesen sinnbefreiten Missbrauch. Nach der Unterbrechung gab es nochmal eine nennenswerte Aktion auf unserer Seite, die leider nicht von Erfolg gekrönt war. Alles in allem wäre mal wieder mehr drin gewesen, aber es sollte nicht sein.
Um nicht in die Verlegenheit zu kommen, nochmal weiter nach unten zu rutschen, braucht es also nochmal Punkte.
Deswegen alle am Sonntag nach Luckenwalde und vollen Fokus auf den Support der Mannschaft!