Saison 2026/2027

Sachsen Odyssee, die Zweite

FC Erzgebirge Aue 3:2 BFC Dynamo

Nachdem es am vorangegangenen Wochenende mit dem ersten Sieg gegen die Sachsenschweine aus Leutzsch funktionierte, sollte es also am Donnerstag nach Aue-Bad Schlema gehen. Das ehemalige Aue, das zu seinen guten Zeiten noch 40.000 Bewohner hatte, ist mittlerweile so bedeutungslos, dass da einiges an Fusionen her musste, sodass man zumindest noch die Hälfte der Einwohnerzahlen hat. Früher war eben alles besser oder so ähnlich, zumindest war die Begegnung früher ein Ost-Klassiker in der Oberliga, bevor die Treuhand kam.

Also ging es für unsere Verhältnisse mit einem soliden Tross aus Autos Richtung Erzgebirgsidylle an einem schönen Donnerstagabend. Das heißt, einige Kilometer Autobahn schruppen. Da man heutzutage nicht mehr im Winter spielt, weil die Lappen von Städten und Verbänden dies untersagen, heißt es für uns natürlich irgendwie, Tage freizuräumen für Fußball unter der Woche. Es wäre dabei natürlich nicht möglich, die Spielpläne so zu gestalten, dass man nicht knappe 600km unter der Woche machen muss. Man könnte meinen, dafür hätte man sich beim Verband eine künstliche Intelligenz angeschafft, aber anscheinend funktioniert diese nicht. Nachdem man also einige Kilometer auf den Autobahnen des Ostens verbracht hatte, kam man also irgendwann ins Erzgebirge. Dort angekommen, landete man prompt im Stau und fragte sich, ob es an den hiesigen Postkutschen liegt. Schlussendlich lag es an den örtlichen Bullen, die 4–5 Kuhdörfer vor Ankunft schon mal die Routen der Fans trennten. Najut, aber warum sie dann noch alle Autos abfilmen und auf welcher rechtlichen Grundlage solche Maßnahmen beruhen, scheint uns doch sehr fragwürdig.

Im Stadion angekommen, positionierte man sich möglichst kompakt unter dem Dach, was verhältnismäßig gut funktionierte.
Während des Protests der Spieler auf dem Platz für die Regionalligareform gab es unsererseits noch ein Spruchband: „NOFV: Die Luft wird dünner… Kompassmodell jetzt!“
Der Wechselgesang im Anschluss unterstrich noch einmal die Einigkeit der Fans untereinander.
Die sehr bunt gemischte Liedauswahl bescherte uns den ein oder anderen sehr guten Moment, vor allem der Torjubel zum zwischenzeitlichen Unentschieden und die Minuten danach waren überragend.
Dennoch gab es leider immer wieder Phasen, in denen wir nicht so richtig auf die gewünschte Lautstärke kamen und der Biss aller anwesenden einfach fehlte.

Insgesamt war es ein guter, auch durch das Dach begünstigter Auftritt, welcher alle für einen Wochentag durchaus zufriedenstellte.

Das entscheidende Tor zum 3:2-Endstand für Aue war bitter, solch einen Auftritt muss man als junge Mannschaft aber auch erstmal in diesem Stadion hinlegen. So ging es mit getrübten Stolz gen Heimat, denn einige Tage später warteten ja schon die nächsten Sachsenschweine.